Tag 6 - Quer durch das Hochland
Unser Wohlfühlteam Dorothee und Roland riefen uns wieder an eine reich gedeckte Frühstückstafel. Gut ausgerüstet mit Regenkleidung und festem Schuhwerk ging unser heutiger Ausflug los.
Erster Besichtigungspunkt war der Wasserfall Hjálparfoss. Hufeisenförmig stürzt er über die Lavamassen. Nach einem angekündigten Wasserfallbesuch wurden es dann doch drei, der Gjáin und der Haifoss. Der gewaltigste und höchste von Ihnen war der Haifoss. Er ist mit 128 Metern der zweithöchste von Island. Aber auch ohne Wasserfall ist diese Schlucht sehenswert, mit ihren schroffen, begrünten Felsen. Stürmischer Wind und Regenschauer trieben uns letztendlich wieder zurück zum Bus.
Über recht holprige Straßen (Hochland) ging es weiter nach Stöng, um ein Wikingerhaus zu besichtigen. Die Isländer haben die Fundamente ausgegraben und es überdacht, dass es noch lange erhalten bleibt. Sie können daran nachvollziehen, wie ihre Vorfahren gelebt haben. Eine große Halle war der Aufenthaltsraum für den ganzen Clan. Es gab Schlafstätten und ein Bad.
Auf unserem heutigen Ausflug fielen uns die unterschiedlichsten Landschaftsformen auf. Kilometerweite Lavafelder, die zögerlich von Pflanzen besiedelt werden, so kleine Polsterstauden des Thymians, Grasnelken und Taubenkropflabkraut. Dann wurden wieder hügelig begrünte Flächen sichtbar. Hier weideten kleine Gruppen von Schafen mit ihrem dicken Fell. Eine andere Form Lavafeld sah so aus, als hätte der Vulkan gerade sein innerstes ausgespuckt. Auf schwarzen Lavasand lagen große und kleine bizarr geformte Felsbrocken. Große Seen und Flüsse bereicherten das Landschaftsbild. In den Schluchten entdeckten wir mehrere Wasserkraftwerke. Sie waren verantwortlich für die großen Strommasten, die entlang unseres Fahrweges standen. Mit Stahltrossen waren sie festgezurrt, um den kräftigen Hochlandstürmen standzuhalten.
Nun zog es uns und andere allradbetriebene Fahrzeuge nach Landmannalaugar. Hier erwarteten uns warme und heiße Quellen, in denen wir gemütlich baden konnten, umgeben von bizarren Felswänden, von denen die warmen Wasser in die Badestellen flossen.
Nach einer Kaffeepause im Bus (Regen) mit wohlschmeckendem Zitronenkuchen, von Dorothee gebacken, ging die Schüttelfahrt durch das Hochland Islands weiter Richtung Selfoss. Auf der linken Seite begrüßte uns mit schneebedeckten Flanken der beeindruckende Hekla mit 1491 Metern. Die erste etwas sanftere Wasserüberquerung begegnete uns. Doch Franziska hatte sich sehr mutig per Fuß in das wasserreiche Gebiet begeben, zwecks Fotoshooting, und fand nun keinen geeigneten Weg, um zum Bus zurückzukehren. Doch mit Hilfe der restlichen Reisegruppe (Oma blieb aus Sicherheitsgründen im Bus, sie kann ja doch nicht mehr so weit springen) wurde Franziska dann doch auf das trockene Land gebracht. Plötzlich stand der Bus vor einem noch größeren Wasserlauf, der von unserem Gefährt überquert werden musste. Nach minutenlanger Beratung wollten Roland und Olivia mit ihren zarten Füßen die Wassertiefen testen, indem sie vor uns herwaten wollen. Olivia übernahm dann alleine dieses todesmutige Unterfangen und stapfte in Schuhen durch den Fluss und Eric stürzte sich sehr mutig mit seiner kostbaren Fracht (wir alle) mit dem Bus in die unsicheren Fluten. Doch Olivia, die inzwischen am anderen Ufer angekommen war, winkte ihn sicher an Land. Das war ein Abenteuer nach unserem Geschmack. Den Rest der Fahrt übernahm nun Roland. Er war noch frisch und knackig. Eric hatte ja mit Bravour die größte Strecke durch das buckelige Hochland gemeistert und seine Franziska durch die reißenden Fluten gerettet. Olivia hatte mit ihrer Flussdurchquerung auch viel Energie verloren.
Roland brachte uns aber gekonnt nach Hause. Mit einer von Roland und Olivia vorbereiteten Kartoffelsuppe haben wir unsere Kräfte gestärkt. Und zum Schluss nahm sich Dorothee noch unserer nassen Kleidung an, indem sie ein paar Waschmaschinen in Gang setzte.
Dank allen für ihren selbstlosen Einsatz und Franziska für die interessante und abenteuerliche Reise.
Barbara Gottmannshausen











