Tag 8 - Die lange Reise gen Norden
Ohne Frühstück geht nichts! Nun wurden die Koffer gepackt, die Zimmer in Ordnung gebracht und auf geht es mit "Sack und Pack" und "Kind und Kegel" zu unserer neuen Wohnung nach Akureyri.
Ein Teil des Weges führte uns eine bekannte Strecke entlang. Kilometerweit folgten wir einem begrünten Felsmassiv, von dem immer wieder Wasserfälle herabstürzten. An seinen Hängen grasten wohlgenährte Kühe mit prallen Eutern. Die Schafe erkletterten auf Futtersuche die steilen Hänge, sodass man denken konnte, sie stürzten jeden Moment ab. Alte Highlights grüßten uns von der Ferne, der Seljalandsfoss und der Skógafoss, sowie der Gletscher Sólheimajökull.
Nach mehreren Stunden Fahrt, war unser erster Hot Spot das Toillettenhäuschen. Diese Häuschen sind praktischerweise an vielbefahrenen Stellen nutzbar. Dann erreichten wir den Vatnajökull Nationalpark. Hohe Berge mit aus dem Nebel ragenden Spitzen begrüßten uns. Nach einem kurzen Fotostop hatten die Wolken die ganzen Berge schon wieder eingehüllt und unsichtbar gemacht. Dann parkten wir am Svartifoss-Wasserfall. Doch hier hätten wir mindestens zwei Stunden Zeit haben müssen (Weg hin und zurück). Da wir aber noch eine lange Fahrt vor uns hatten, mussten wir dieses Unterfangen aufgeben.
Wir wurden aber reichlich entschädigt durch den Besuch des Gletschersees Jökulsárlón. Riesige, blau schimmernde Eisstücke schwammen dicht gedrängt auf dem Wasser. Es hat uns sehr gefallen. Was uns nicht gefallen hat, war, dass wir von einem plötzlichen Regenschauer überrascht wurden und triefend nass wieder ins Auto stiegen. Hosen zum Wechseln lagen bereit.
Es folgte die Mittagspause im Auto und ein Fotostop für Franziska am Diamantenstrand. Kleinere und größere Eisdiamanten lagen dort matt und glänzend.
Weiter ging es an der Atlantikküste entlang. An geschützten Buchten entdeckten wir hunderte von Schwänen. Die Landschaft und das Klima wechselten ständig. Erst hohe Felsen, dann ein sattgrüner Küstenstreifen mit vielen Schafen (nicht wie gewohnt in Dreiergruppen). Auf unserer weiteren Fahrt mussten die Fahrer immer sehr aufpassen, um nicht mit freilaufenden Schafen zusammenzustoßen.
Das befahren einer Schotterpiste verkürzte unsere Fahrzeit um eine Stunde. Diese holprige Straße führte durch ein Tal, dessen Hänge kaskadenförmig aufgebaut waren, von denen sich Wasserfälle in die Tiefe stürzten. Man konnte sich bildlich vorstellen, wie sich hier ein gewaltiger Gletscher bewegt hatte. Mehrere große Seen begleiteten uns die letzte Strecke unserer Fahrt. Hunderte Enten bevölkerten das Wasser. Obwohl diese ländlichen Gegenden wenig bevölkert sind, allein sind wir nie. Viele Touristenautos folgen unserer Route. Wir finden es großartig, dass das isländische Volk so großzügig und gastfreundlich die Touristen empfängt. Die Einwohnerzahl von 330'000 wird sicher um einiges überboten.
Um 22 Uhr bei schönstem Sonnenschein, konnten wir unsere neue Wohnung beziehen. Sie liegt sehr schön, hat wieder Hausberge, die wir durch große Panoramafenster bewundern können. Nach einem kleinen Abendbrot fielen wir alle todmüde in unsere Betten.
Nun muss ich noch etwas hinzufügen: Aufregend war die Fahrt nach Akureyri, als wir durch die Wolken fuhren. Roland musste während der Fahrt ganz schön aufpassen. Es war gespentisch. Vergessen hatte ich zu erwähnen, dass es einíge Flächen aufgeforsteter Wälder gab, was natürlich bei der fast baumlosen Landschaft auffiel. Das Wollgras bildete auf jedem feuchten Fleckchen Erde weiße Teppiche.
Nun wieder eine Bemerkung in eigener Sache: Mein lieber Schwiegersohn musste ganz keck bemerken, dass die Schwiegermutter sich als Bremsklotz der Gruppe betätigt. Blumen, Bäume und Gräser müssen ja schließlich bestimmt werden. Und damit nicht genug, es gibt auch noch zwei weitere Bremsklötzchen: Die "Fotografengang". Auch sie (Eric und Franziska) können an keinem interessanten Motiv vorbeigehen, ohne dass die Kamera klickt.
Barbara Gottmannshausen







